Employer Branding im Mittelstand

Employer Branding im Mittelstand: Weder Ressource noch Kapital – Was Employer Branding der Emanzipation der Arbeitnehmer entgegnen kann

Vom Arbeitgebermarkt zum Arbeitnehmermarkt

Die Tage an denen Arbeitnehmer als Ressource oder Kapital betrachtet werden konnten sind gezählt. Der Arbeitsmarkt ist im Wandel begriffen. Er steht vor Herausforderungen, die vor 15 Jahren noch utopisch wirkten. Waren arbeitssuchende, qualifizierte Fachkräfte einst eine zahlreich vorhandene Ressource, aus der man sich den besten Kandidaten aussuchen konnte, haben eben diese Fachkräfte den Spieß gänzlich umgedreht. Der Arbeitgebermarkt ist heute ein hart umkämpfter Arbeitnehmermarkt. Arbeitgeber müssen heute mehr Initiative zeigen. Einfaches Formulieren einer Ausschreibung als einziges Instrument im Personalmarketing reicht nicht mehr aus um eine Stelle zu besetzen.

Große Unternehmen haben dieses neue Feld bereits identifiziert. Employer Branding und dazu Employer Value Proposition,ein Portfolio an Angeboten, die das Unternehmen als Gegenleistung für die Fähigkeiten, Fertigkeiten und Erfahrungen des Mitarbeiters bereitstellt, sind elementar. Attraktive Arbeitszeitmodelle, die Wahl zwischen mehr Geld oder mehr Freizeit, umfassendes Gesundheitsmanagement, eine ausgefeilte Altersvorsorge, nicht zuletzt aber auch das Betriebsklima und der Wille zur fortwährenden Innovation – all das sind Möglichkeiten sich als Unternehmen am Arbeitnehmermarkt zu positionieren und zu profilieren. Das Unternehmen selbst wird zur Arbeitgebermarke geformt.

So gut die großen Global Player diese Entwicklung aufgegriffen haben, so schwer tun sich die mittelständischen Unternehmen. In vielen kleinen Personalabteilungen ist der Arbeitgebermarkt noch in den Köpfen vorhanden. Begriffe wie Employer Branding und Employer Value Proposition sind hingegen Fremdworte, die für viele Fragezeichen über den Köpfen sorgen.

Bestehende Marketingstrategien, neue Einsatzgebiete – Wie kununu und Glassdoor das Unternehmen zum zu bewerbenden Produkt machen

„Ein gutes Produkt braucht keine Werbung.“ Diese Floskel ist längst überholt, denn ein gutes Produkt, dass niemand kennt und deshalb nicht gekauft wird, verschwindet schnell vom Markt. Das Produkt muss auf dem richtigen Kanal beworben werden. Das Employer Branding im Mittelstand basiert genau auf diesem Gedankengang. Unternehmen müssen lernen sich selbst als das Produkt zu identifizieren, welches es zu bewerben gilt. Ist dieser Schritt getan, gilt es den richtigen Kanal auszuwählen.

Arbeitnehmer suchen heute zumeist online Ihre neue berufliche Herausforderung. Aber sie wollen auch nicht die Katze im Sack kaufen. Die Auswahl ist groß, genauso groß wie die Möglichkeiten sich über den zukünftigen Arbeitgeber zu informieren. Portale wie kununu oder Glassdoor bieten dem Arbeitsuchenden Ihren Service kostenfrei an. Das Produkt Arbeitgeber wird von allen Seiten durchleuchtet. Bestandsmitarbeiter und ehemalige Mitarbeiter stufen das Unternehmen nach Faktoren wie Gehalt, Firmenkultur, Kommunikation, Gleichberechtigung, Work-Life-Balance etc. ein.

Kommt das Unternehmen gut weg, darf es sich glücklich schätzen. Mit einer positiven Arbeitgeberbewertung werden potentielle Mitarbeiter bestärkt sich zu bewerben. Hingegen avancieren negative Kommentare und schlechte Noten schnell zum K.O.-Kriterium bei der Entscheidungsfindung des Interessenten. Auch wenn das Unternehmen gar nicht gelistet ist oder bisher keine Bewertung erhalten hat, ist dies selbsterklärend nicht förderlich.

Klar ist, dass eine Arbeitgeberbewertung auf den einschlägigen Portalen ein enorm starkes Instrument im Employer Branding sein kann. Voraussetzung ist jedoch ein positives Fazit der Bewertenden.

Employer Branding – Zwischen Herausforderung und Mehrwert für den Mittelstand

Branchenübergreifend stehen viele mittelständische Unternehmen vor den gleichen Herausforderungen. Die Auftragslage ist meist gut. Man könnte mehr machen, aber die eigenen Ressourcen sind knapp. Die eigene Belegschaft altert, Nachwuchs ist schwer zu finden. Jedes Unternehmen ist gezwungen sich sichtbar und sinnvoll am Arbeitsmarkt zu positionieren. Die eigene Arbeitgebermarke muss gestärkt werden. Ein Profil und eine Unternehmenskultur müssen identifiziert und nach innen und außen kommuniziert werden. Das alles ist einfach gesagt, aber wie können eine Umsetzung in der Praxis und Employer Branding im Mittelstand erfolgreich erfolgen?

Tipps für den Aufbau eines erfolgreichen Employer Branding im Mittelstand

1.) Trennen Sie sich von dem Gedanken, dass einfaches Personalmarketing ausreicht um neue Mitarbeiter zu gewinnen. Nicht der Mitarbeiter will sich Ihnen anbieten, SIE wollen sich dem Arbeitnehmer anbieten. Sicher sind Stellenausschreibungen wichtig um einen Bedarf anzuzeigen. Aber behalten Sie im Blick wie und ob Ihr Unternehmen nach Außen wirkt und in welchem Umfang es das tut.

2.) Digitalisieren Sie Ihr Recruiting! Wenn Sie frische, gut ausgebildete, innovative Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen gewinnen wollen, sollte das Unternehmen selbst genau diese Kriterien erfüllen. Sie benötigen Auftritte auf den einschlägigen Social Media Plattformen. Achten Sie darauf, dass diese immer gut gepflegt und möglichst aktuell sind. Nutzen Sie zudem die benannten Bewertungsportale kununu, Glassdoor etc. Ziel muss es sein gefunden zu werden, sich zu präsentieren und dabei überaus attraktiv rüber zu kommen. Motivieren Sie dabei auch Ihre Bestandsmitarbeiter Ihnen eine Bewertung zu geben. So füllen Sie schnell und seriös das jeweilige Bewertungsportal mit Inhalt.

3.) Wichtigkeit erkennen – Mehrwert nutzen! Employer Branding ist eine Chance, die genutzt werden kann. Der Arbeitsmarkt wird noch auf lange Zeit in vielen Branchen ein Arbeitnehmermarkt bleiben. Um auch weiterhin Ihre Prozesse stabil und produktiv zu halten, sind hervorragende Mitarbeiter unentbehrlich. Unterschätzen Sie daher nicht die enorme Wichtigkeit Ihr Unternehmen als erstrebenswert und attraktiv zu positionieren. Diese Erkenntnis hebt Sie von anderen Wettbewerbern ab und könnte schließlich auch über Erfolg oder Niedergang eines Unternehmens mitentscheiden.

4.) Seien Sie ehrlich! Kommunizieren Sie nichts, was nicht wirklich existiert. Eine positive Bewertung ist ohne Frage ein entscheidendes Kriterium. Aber diese positive Bewertung sollte nicht erkauft, gefaked oder gar erzwungen sein. Im optimalsten Fall spiegeln Ihre Auftritte auf den verschiedenen Plattformen die Realität wieder. Nur ein Bewerber, der dass vorfindet, was er gesucht hat, wird langfristig glücklich und leistet die Arbeit, die auch das Unternehmen gesucht hat.

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